Masterclass in Conducting

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Enno Poppe u. a.

Saunders | Webern

Mi, 01.09. | 16.00 Uhr | Nr. 212316

KKL Luzern, Luzerner Saal

Vergangenes Konzert

Preise (CHF)

CHF 30


Sommer-Festival

10.08.-12.09. 2021

 

|

 
     

    Masterclass in Conducting

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Enno Poppe u. a.

    Teilnehmer*innen des Conducting Fellowship  
    Enno Poppe  Leitung
    Dirk Rothbrust  Schlagzeug
    Rebecca Saunders (*1967)
    void für Schlagzeug-Duo und Orchester
    Anton Webern (1883–1945)
    Variationen für Orchester op. 30

    Dirigieren ist kein Kinderspiel. Das gilt erst recht für die Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, denn sie sind oft dermassen komplex, dass es zunächst einmal um ganz grundsätzliche Fragen der Koordination geht, bevor an weitergehende interpretatorische Entscheidungen gedacht werden kann. Neben Instrumentalist*innen und Komponist*innen fördert die Lucerne Festival Academy allsommerlich auch junge Dirigent*innen: Im Rahmen eines breit angelegten «Conducting Fellowship » begleiten sie die tägliche Probenarbeit der Academy und können sich mit den eingeladenen Künstler*innen austauschen. Hinzu kommt ein öffentlich zugänglicher Dirigier-Meisterkurs mit Enno Poppe, in denen sie selbst am Pult des Lucerne Festival Contemporary Orchestra stehen und praktische Erfahrungen sammeln. Live-Unterricht auf dem Konzertpodium, bei dem auch das Publikum viel lernt – über die Kunst des Dirigierens ebenso wie über die behandelten Partituren.

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

    Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra – kurz: LFCO – hat Lucerne Festival in diesem Jahr einen neuen Klangkörper ins Leben gerufen: ein Exzellenzorchester für die Aufführung neuer und neuester Musik. Das LFCO bildet damit das Pendant zum Lucerne Festival Orchestra und fokussiert sich auf Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, von den Klassikern der Moderne bis hin zu Auftragswerken, die in Luzern uraufgeführt werden. Die internationalen Mitglieder des LFCO haben alle von der Ausbildung in der von Pierre Boulez initiierten und heute von Wolfgang Rihm geleiteten Lucerne Festival Academy profitiert. Dank der engen Anbindung an die Academy und ihr Netzwerk ist das LFCO in der Lage, eine Vorreiterrolle bei der Interpretation aktueller Musik und bei der Entwicklung zukunftsweisender Konzertformate einzunehmen. In seinen Projekten nutzt es die Möglichkeiten der neuen Technologien; interdisziplinäre Arbeiten lassen neuartige Hör- und Konzerterlebnisse entstehen. Zu erleben ist das LFCO mit zahlreichen Auftritten beim Luzerner Sommer-Festival, bei Lucerne Festival Forward im November sowie natürlich bei Gastspielen in aller Welt. In seinem ersten Sommer arbeitete das LFCO u. a. mit Heinz Holliger, Lin Liao, Johanna Malangré und Enno Poppe zusammen und präsentierte Musik von Strawinsky und Webern bis zu Uraufführungen von Amarouch, Colţea, Milenko, Vaughan und Saunders. Es wirkte an Aufführungen von Kagels Staatstheater am Luzerner Theater mit, gestaltete mit Patricia Kopatchinskaja das inszenierte Konzert Bye-Bye Beethoven und trat beim Musikfest Berlin sowie im Oktober bei den Donaueschinger Musiktagen auf.

    Oktober 2021

    Weitere Termine

    Enno Poppe

    1969 im Sauerland geboren, studierte Enno Poppe Dirigieren und Komposition bei Friedrich Goldmann und Gösta Neuwirth an der Hochschule der Künste in Berlin sowie Klangsynthese und algorithmische Komposition an der dortigen Technischen Universität und am Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe. Poppe erhielt Kompositionsaufträge u. a. von den Wittener Tagen für neue Kammermusik, den Berliner Festwochen, den Festivals Ultraschall und MaerzMusik Berlin, vom Éclat für neue Musik Stuttgart, von der Münchner musica viva, den Donaueschinger Musiktagen und den Salzburger Festspielen. Bei der Münchener Biennale kam 2008 sein Bühnenwerk Arbeit Nahrung Wohnung heraus, bei den Schwetzinger Festspielen 2012 die Oper IQ, beides auf Texte des Dichters Marcel Beyer. Zuletzt, im Herbst 2019, erlebte sein Violinkonzert Schnur mit Carolin Widmann, dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Alan Gilbert seine Uraufführung beim Beethovenfest Bonn. Zu den Orchestern, die sich Poppes Œuvre widmeten, zählen auch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Los Angeles Philharmonic, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das BBC Scottish Symphony Orchestra und das hr-Sinfonieorchester Frankfurt. Seit 1998 leitet Enno Poppe, der auch als Pianist und Dirigent tätig ist, das ensemble mosaik; regelmässig dirigiert er das Klangforum Wien, das Ensemble Musikfabrik und das Ensemble Resonanz. Von 2002 bis 2004 unterrichtete Poppe Komposition an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» Berlin, von 2004 bis 2010 war er Dozent bei den Darmstädter Ferientagen. Er wurde mit dem Boris-Blacher-Preis (1998), dem Busoni-Kompositionspreis der Berliner Akademie der Künste (2002), dem Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung (2004) und dem Schneider-Schott-Musikpreis (2005) ausgezeichnet. 2013 wurde ihm der Hans-Werner-Henze-Preis, 2016 der Deutsche Musikautorenpreis verliehen.

    August 2021

    Weitere Termine

    Christian Dierstein

    Christian Dierstein, Jahrgang 1965, absolvierte sein Musikstudium bei Bernhard Wulff in Freiburg, bei Gaston Sylvestre in Paris und bei Wassilios Papadopoulos in Mannheim. Seit 1988 ist er Schlagzeuger im ensemble recherche, seit 1994 bildet er gemeinsam mit dem Pianisten Nicolas Hodges und dem Saxophonisten Marcus Weiss das Trio Accanto. 2010/11 präsentierte ihn die European Concert Hall Organisation als einen ihrer «Rising Stars», mit Auftritten in den grossen europäischen Konzertsälen. Intensiv beschäftigt sich Dierstein mit aussereuropäischer Musik und der freien Improvisation. Er hat zahlreiche CDs eingespielt, darunter Soloalben mit Werken von Brian Ferneyhough, Helmut Lachenmann, Mathias Spahlinger und Claude Vivier. Seit 2001 lehrt Dierstein als Professor für Schlagzeug und neue Kammermusik an der Hochschule für Musik in Basel; ausserdem ist er Dozent bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt.

    Juli 2021

    Weitere Termine

    Dirk Rothbrust

    Geboren 1968 im saarländischen Illingen, hat sich Dirk Rothbrust als weltweit gefragter Perkussionist etabliert. Von 1986 bis 1994 studierte er in Saarbrücken und Karlsruhe bei Franz Lang und Isao Nakamura. Seit 1995 ist er Mitglied im Schlagquartett Köln, von 2001 bis 2008 spielte er im Kammerensemble Neue Musik Berlin, seit 2005 gehört er dem Ensemble Musikfabrik an. Im Ensemble oder als Solist konzertiert Dirk Rothbrust bei allen wichtigen europäischen Festivals für zeitgenössische Musik und arbeitet mit den bedeutendsten Komponist*innen und Interpret*innen unserer Zeit zusammen, unter ihnen Pierre-Laurent Aimard, Martha Argerich und Maurizio Pollini, der Saxophonist Peter Brötzmann oder das Elektronik-Duo Mouse on Mars. Als Solist brachte Dirk Rothbrust u. a. void von Rebecca Saunders, Beat Furrers Xenos III und Wolfgang Mitterers Rasch zur Uraufführung, die — wie viele andere Werke — eigens für ihn entstanden.

    Juli 2021

    Weitere Termine