Lucerne Festival Academy 1

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Elena Schwarz | Timothy McAllister | Kirill Gerstein

Sorey | Adès

Sa, 20.08. | 22.00 Uhr

KKL Luzern, Luzerner Saal

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Preise (CHF)

CHF 50


Sommer-Festival

08.08.-11.09. 2022

 

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    Lucerne Festival Academy 1

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Elena Schwarz | Timothy McAllister | Kirill Gerstein

    Elena Schwarz  Dirigentin
    Tyshawn Sorey
    Neues Werk für Saxofon und Orchester (Uraufführung) 
    Auftragswerk von Lucerne Festival und vom Atlanta Symphony Orchestra im Rahmen des «Amplifying Voices»-Programms von New Music USA
    Thomas Adès (*1971)
    In Seven Days. Klavierkonzert mit Bewegtbild

    (mit Video-Installation)

    Wer komponiert heute noch Programmmusik? Tausendsassa Thomas Adès tut es. Mit In Seven Days, seiner «Sinfonie mit obligatem Klavier» (Kirill Gerstein), folgt er dem biblischen Schöpfungsbericht. Dabei geht es Adès aber nicht um einen musikalischen Bilderbogen. Vielmehr will er die überschiessende kreative Energie der Schöpfung erfahrbar machen, unterstützt durch eine Videoinstallation des israelischen Filmemachers Tal Rosner. In einer Reihe von Variationen lässt er Themen und Motive wachsen und wuchern, beleuchtet sie immer neu — mit üppigen, in der Tonalität verankerten Orchesterfarben, die mal an barocke Vorbilder gemahnen, mal an Hollywood. «Die Musik zoomt auf die Atome des Chaos und schraubt sich hinauf zu den höchsten Höhen der Sternbilder», so der Musikkritiker Tom Service. «Erst sehen wir die Lebewesen auf der Erde wie vom Mond aus, dann stürzen wir uns herab und landen mitten unter ihnen.» In der zweiten Konzerthälfte erklingt ein neues Werk, das «artiste étoile» Tyshawn Sorey für den amerikanischen Saxofonisten Timothy McAllister geschrieben hat.

    Dieses Konzert hat keine Pause.

    Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

    Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra – kurz: LFCO – hat Lucerne Festival in diesem Jahr einen neuen Klangkörper ins Leben gerufen: ein Exzellenzorchester für die Aufführung neuer und neuester Musik. Das LFCO bildet damit das Pendant zum Lucerne Festival Orchestra und fokussiert sich auf Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts, von den Klassikern der Moderne bis hin zu Auftragswerken, die in Luzern uraufgeführt werden. Die internationalen Mitglieder des LFCO haben alle von der Ausbildung in der von Pierre Boulez initiierten und heute von Wolfgang Rihm geleiteten Lucerne Festival Academy profitiert. Dank der engen Anbindung an die Academy und ihr Netzwerk ist das LFCO in der Lage, eine Vorreiterrolle bei der Interpretation aktueller Musik und bei der Entwicklung zukunftsweisender Konzertformate einzunehmen. In seinen Projekten nutzt es die Möglichkeiten der neuen Technologien; interdisziplinäre Arbeiten lassen neuartige Hör- und Konzerterlebnisse entstehen. Zu erleben ist das LFCO mit zahlreichen Auftritten beim Luzerner Sommer-Festival, bei Lucerne Festival Forward im November sowie natürlich bei Gastspielen in aller Welt. In seinem ersten Sommer arbeitete das LFCO u. a. mit Heinz Holliger, Lin Liao, Johanna Malangré und Enno Poppe zusammen und präsentierte Musik von Strawinsky und Webern bis zu Uraufführungen von Amarouch, Colţea, Milenko, Vaughan und Saunders. Es wirkte an Aufführungen von Kagels Staatstheater am Luzerner Theater mit, gestaltete mit Patricia Kopatchinskaja das inszenierte Konzert Bye-Bye Beethoven und trat beim Musikfest Berlin sowie im Oktober bei den Donaueschinger Musiktagen auf.

    Oktober 2021

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    Elena Schwarz

    Die australisch-schweizerische Dirigentin Elena Schwarz, geboren 1985 in Lugano, studierte zunächst Violoncello und Musikwissenschaft, bevor sie sich dem Dirigieren zuwandte. Ihren Master machte sie bei Laurent Gay am Konservatorium in Genf. Anschliessend spezialisierte sie sich bei Arturo Tamayo am Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano auf die zeitgenössische Musik. Weitere Impulse erhielt sie von Peter Eötvös und Matthias Pintscher sowie in Meisterkursen von Neeme Järvi und Bernard Haitink. 2014 gewann sie den norwegischen Prinzessin-Astrid-Wettbewerb, 2015 den Zweiten Preis bei der Jorma Panula Conducting Competition in Vaasa. 2017/18 war Elena Schwarz Assistentin von Mikko Franck beim Orchestre Philharmonique de Radio France. Parallel dazu nahm sie Assistenzen beim West Australian Symphony Orchestra unter Asher Fisch und beim Tasmanian Symphony Orchestra unter Marko Letonja wahr, das für sie anschliessend den Posten des Associate Conductor einrichtete. In der Spielzeit 2018/19 wurde sie für das Dudamel Fellowship Program des Los Angeles Philharmonic Orchestra ausgewählt. Gastdirigate führten Elena Schwarz zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, zum WDR Sinfonieorchester, zum Norwegischen Rundfunkorchester und zum Luzerner Sinfonieorchester sowie zu Neue-Musik-Formationen wie dem Ensemble Modern, dem Ensemble intercontemporain, dem Ensemble Musikfabrik oder dem Collegium Novum Zürich. In der aktuellen Saison sind Auftritte u. a. mit dem BBC Philharmonic, dem Royal Liverpool Philharmonic, dem Detroit und dem Melbourne Symphony Orchestra geplant. Bei Lucerne Festival stellte sie sich 2016 am Pult der Lucerne Festival Academy mit Werken von Olga Neuwirth vor. Im Opernbereich war sie u. a. an der Norwegischen Oper (Hänsel und Gretel) und mit Adam Maors The Sleeping Thousand zu erleben: Sie leitete die Uraufführung beim Festival d’Aix-en-Provence und dirigierte das Werk auch in Luxembourg und Lissabon.

    Oktober 2021

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    Timothy McAllister

    Kirill Gerstein

    Kirill Gerstein, der 1979 im russischen Woronesch geboren wurde, kam über den Jazz zur klassischen Musik: Als 14-Jähriger wurde er in dieser Disziplin an das Berklee College in Boston aufgenommen. Nach drei Jahren entschied er sich indes dafür, seine Ausbildung doch im traditionellen Bereich fortzusetzen, und studierte bei Solomon Mikowsky in New York, bei Dmitri Bashkirov in Madrid und bei Ferenc Rados in Budapest. 2001 gewann Gerstein den Ersten Preis beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv, 2002 wurde er mit dem «Gilmore Young Artist Award» ausgezeichnet, 2010 erhielt er den «Avery Fisher Grant Award». Diese Ehrung brachte ihm zahlreiche Auftritte mit führenden amerikanischen Orchestern ein, darunter das Chicago Symphony und das Cleveland Orchestra sowie das New York Philharmonic. Doch auch seine europäische Karriere floriert: Kirill Gerstein konzertierte mit den Münchner Philharmonikern, mit dem NDR Sinfonieorchester, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, der Tschechischen Philharmonie, dem BBC Symphony Orches­tra, dem Royal Philharmonic und dem Finnischen sowie dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester. In der laufenden Saison 2013/14 wird er überdies bei den Wiener Philharmonikern und beim Gewandhausorchester Leipzig debutieren. Kirill Gerstein ist ein gefragter Kammermusiker: Mit der Bratschistin Tabea Zimmermann hat er zwei CDs veröffentlicht, mit dem Cellisten Steven Isserlis spielt er im Duo, mit Kolja Blacher und Clemens Hagen bildet er ein Klaviertrio, das gegenwärtig einen Beethoven-Zyklus in Basel und Florenz präsentiert. Ausserdem verbindet ihn eine Freundschaft mit András Schiff, der ihn für Auftritte bei den Salzburger Festspielen und in Ittingen einlud. Gersteins erste Solo-CD, die 2011 erschien, enthält Werke von Liszt, Schumann und Oliver Knussen.

    Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 1. September 2005 mit Werken von Schubert, Rachmaninow und Kreisler.

    Oktober 2013

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