Carlo Vistoli

Countertenor

1987 in Lugo bei Ravenna geboren, studierte der Countertenor Carlo Vistoli zunächst Klavier, Gitarre und Musikwissenschaft in Bologna. Nebenher liess er seine Stimme bei William Matteuzzi ausbilden und absolvierte dann die Klasse für Barockgesang von Sonia Prina am Konservatorium «Girolamo Fres-cobaldi» in Ferrara; ausserdem besuchte er Meisterkurse von Monica Bacelli, Romina Basso, Marijana Mijanović und Sara Mingardo. 2012 gewann Vistoli den Cleto-Tomba-Wettbewerb, 2013 die Barockkonkurrenz des Concorso Renata Tebaldi. 2015 absolvierte er die Gesangsakademie «Le Jardin des Voix» von William Christie, mit dem er seither regelmässig zusammenarbeitet. Sir John Eliot Gardiner verpflichtete Vistoli 2017 für sein Monteverdi-Projekt, in dessen Rahmen die drei erhaltenen Opern zum 450. Geburtstag des Komponisten in vielen europäischen Metropolen und in den USA zur Aufführung gelangten. Als Ottone in Monteverdis Poppea wirkte Vistoli 2018 dann auch an einer von Christie geleiteten Neuproduktion bei den Salzburger Festspielen mit. Weitere Auftritte führten ihn als Idraspe in Cavallis Erismena zum Festival d’Aix-en-Provence, als Ruggiero in Vivaldis Orlando furioso ans Teatro La Fenice nach Venedig und als Glucks Orfeo ans Teatro dell’Opera di Roma. Mit Gardiner präsentierte er Händels Semele in Barcelona, Paris, Rom und am Mailänder Teatro alla Scala; mit Joyce DiDonato bestritt er eine Europa-Tournee, auf der Händels Agrippina unter der Leitung von Maxim Emelyanychev in Luxemburg, London, Madrid, Barcelona und Paris erklang. Im September 2021 ist Carlo Vistoli bei einer Neuproduktion von Cavalieris Rappresentatione di anima e di corpo am Theater an der Wien zu erleben, im Mai 2022 gestaltet er unter der Leitung von Philippe Jaroussky den Tolomeo in Händels Giulio Cesare bei einer Aufführungsserie am Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Er hat zahlreiche CDs eingespielt, darunter die Soloalben Arias for Nicolini und Amor tiranno.

Debut bei Lucerne Festival am 5. September 2015 mit dem «Jardin des Voix» und dem Projekt Un Jardin à l’italienne unter William Christie.

Juli 2021